Ratgeber Energie und Förderung
Neue Gas- oder Ölheizung im Bestand: was die steigende Bioquote bedeutet
Von der Offrano-Redaktion · · 4 Min. Lesezeit
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz ist die frühere Pflicht weggefallen, beim Heizungstausch einen festen Anteil erneuerbarer Wärme nachzuweisen. Wer im Bestand die Heizung ersetzt, wählt zwischen mehreren Optionen. Eine davon ist weiterhin eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung, aber mit einer Bedingung, die über die Jahre schärfer wird. Dieser Artikel erklärt, was diese Bioquote verlangt, wie sie sich erfüllen lässt und welche Fragen vor der Entscheidung auf den Tisch gehören.
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Die Optionen beim Heizungstausch
Das Gesetz nennt für den Ersatz einer Heizungsanlage in einem bestehenden Gebäude eine Reihe von Optionen: eine Gas-, Heizöl- oder Flüssiggasheizung, eine elektrisch angetriebene Wärmepumpe, eine Solarthermieanlage, eine Biomasse- oder Wasserstoffheizung, Wärmepumpen- oder Solarthermie-Hybridheizungen, hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung, eine Stromdirektheizung, den Anschluss an ein Wärmenetz oder eine andere innovative Lösung. Für jede Option gelten Maßgaben, die in den folgenden Paragrafen stehen.
Quelle: gesetze-im-internet.de
Die Bioquote für neue Gas- und Ölheizungen
Wird nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude neu eingebaut, muss der Eigentümer sicherstellen, dass ein wachsender Anteil der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff und dessen Derivaten stammt: ab dem 1. Januar 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent.
Die Pflicht trifft also nicht den Einbau selbst, sondern den Betrieb in den Folgejahren. Wer heute eine neue Gasheizung wählt, entscheidet sich damit auch für einen Brennstoffmix, dessen Kosten und Verfügbarkeit in einigen Jahren entscheiden, wie teuer die Wärme wird.
Quelle: gesetze-im-internet.de
Wie sich die Quote auch anders erfüllen lässt
Das Gesetz lässt Alternativen zum Kauf von Biobrennstoffen zu. Eine solarthermische Anlage kann die Pflicht im Zeitraum von 2029 bis Ende 2034 erfüllen, wenn sie eine Mindestfläche im Verhältnis zur Nutzfläche hat; darüber hinaus wird der Anteil über eine fachkundige Person oder eine Unternehmererklärung nachgewiesen. Auch eine Lüftungsanlage mit hoher Wärmerückgewinnung kann in diesem Zeitraum anrechnen, und bei einer Wärmepumpen-Hybridheizung gilt die Anforderung unter bestimmten Bedingungen als erfüllt.
Für die Planung heißt das: Eine neue Gasheizung muss nicht allein stehen. Kombiniert mit Solarthermie oder als Hybrid mit einer Wärmepumpe lässt sich die Quote ganz oder teilweise abdecken. Welche Kombination für Ihr Haus technisch passt, klärt der Heizungsbetrieb.
Quelle: gesetze-im-internet.de
Was die Entscheidung beeinflusst
- Liegt Ihr Haus in einem Gebiet, in dem die Gemeinde ein Wärmenetz plant? Dann kann ein späterer Anschluss die bessere Lösung sein.
- Welche Vorlauftemperaturen braucht das Haus heute, und reicht nach kleinen Verbesserungen eine Wärmepumpe?
- Wie entwickeln sich die Brennstoffkosten, wenn ab einem bestimmten Jahr ein fester Anteil Biogas oder Bioöl dazukommen muss? Seriöse Betriebe nennen dazu keine Prognosen, aber sie rechnen Szenarien mit Ihnen durch.
- Ist auf dem Dach Platz für Solarthermie, oder wird es ohnehin für Photovoltaik gebraucht?
- Wer bestätigt später, dass die Quote erfüllt ist, und wie wird das dokumentiert?
Was im Angebot stehen sollte, wenn es eine Gasheizung wird
Verlangen Sie, dass der Betrieb im Angebot oder in der Beratung auf die Pflichten nach dem Gesetz hinweist und darlegt, wie Sie sie erfüllen können: über einen Liefervertrag mit Biomethan oder Bioöl, über Solarthermie, über eine Hybridlösung. Lassen Sie sich außerdem bestätigen, dass Brenner und Kessel für die vorgesehenen Brennstoffe freigegeben sind. Ein Angebot, das nur den Kessel enthält, lässt die eigentliche Entscheidung offen.
Vergleich mit den anderen Optionen
Eine Wärmepumpe unterliegt der Bioquote nicht, braucht aber ein Haus, das mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt, oder Anpassungen an den Heizkörpern. Ein Anschluss an ein Wärmenetz entlastet Sie von Brennstofffragen, ist aber nur dort möglich, wo ein Netz liegt oder geplant ist. Eine Biomasseheizung braucht Lagerraum und Pflege. Die Gasheizung mit Bioquote ist die Option mit dem geringsten Umbau heute und der größten Unsicherheit bei den späteren Brennstoffkosten.
Keine Option ist für jedes Haus richtig. Wichtig ist, sie nebeneinander zu sehen, mit Investition, laufenden Kosten und Aufwand, bevor ein Kessel bestellt ist.
Wer die Einhaltung nachweist
Die Pflicht liegt beim Eigentümer. Wer Biomethan oder Bioöl bezieht, braucht einen Liefervertrag, der den Anteil ausweist. Wer über Solarthermie oder Wärmerückgewinnung anrechnet, braucht je nach Umfang einen Nachweis durch eine fachkundige Person oder eine Erklärung des ausführenden Unternehmens. Heben Sie diese Unterlagen auf; bei einem Verkauf des Hauses gehören sie zu den Dokumenten, nach denen Käufer fragen werden.
Quelle: gesetze-im-internet.de
Kosten über die Lebensdauer betrachten
Eine Heizung läuft oft zwanzig Jahre und länger. Wer nur den Kaufpreis vergleicht, übersieht die Betriebskosten, die bei einer Gasheizung mit steigender Bioquote schwerer vorherzusagen sind als bei einer Wärmepumpe mit Stromtarif. Bitten Sie den Betrieb, Investition, Wartung und Brennstoff über mehrere Szenarien nebeneinanderzustellen, ohne sich auf eine einzige Preisprognose festzulegen.
Beratung vor dem Tausch
Weil der Heizungstausch Jahrzehnte nachwirkt, lohnt eine Energieberatung, bevor Sie sich festlegen. Wer eine Förderung für einen erneuerbaren Wärmeerzeuger in Betracht zieht, sollte die Reihenfolge von Antrag und Auftrag vorher klären. Über Offrano erreicht Ihre Anfrage genau einen Heizungsbetrieb aus Ihrer Region, der Ihr Haus kennenlernt, bevor er ein Angebot macht.