Taubenabwehr am Balkon und Dach: tiergerecht und dauerhaft
Von der Offrano-Redaktion · · 4 Min. Lesezeit
Tauben auf dem Balkon, auf Simsen oder unter dem Dach sind lästig: Kot verschmutzt Flächen, Nester verstopfen Rinnen, und Gurren am frühen Morgen raubt den Schlaf. Gleichzeitig sind die Tiere durch das Tierschutzrecht geschützt, und wer Abwehrmaßnahmen falsch plant, verletzt sie oder verstößt gegen Regeln zum Schutz von Brutstätten. Dieser Artikel erklärt, was erlaubt ist, welche Maßnahmen wirken und wann Sie einen Fachbetrieb brauchen.
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Der rechtliche Rahmen
Das Tierschutzgesetz verbietet, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Daraus folgt: Abwehrmaßnahmen müssen Tauben fernhalten, ohne sie zu verletzen. Gift, Klebefallen oder scharfkantige Improvisationen scheiden aus.
Hinzu kommt der Schutz von Brutstätten: Während die Stadttaube in der Regel nicht zu den besonders geschützten Arten gehört, gilt das für viele andere Vögel, die ebenfalls an Gebäuden brüten, etwa Mauersegler oder Schwalben. Deren Fortpflanzungsstätten dürfen nicht zerstört werden. Wer Öffnungen am Haus verschließt, muss deshalb vorher hinsehen, wer dort wohnt.
Quelle: gesetze-im-internet.de · gesetze-im-internet.de
Maßnahmen, die wirken
- Netze für Balkone, Loggien und Innenhöfe, fachgerecht gespannt und regelmäßig kontrolliert
- Spikes auf Simsen und Vorsprüngen, die das Landen verhindern, ohne die Tiere zu verletzen
- Spanndrähte auf Geländern und Kanten
- Verschließen von Öffnungen in Dach und Fassade, nachdem geprüft ist, dass keine geschützten Arten brüten
- Futterquellen beseitigen: kein offenes Tierfutter, keine Essensreste
Was selten hilft
Attrappen von Greifvögeln, glitzernde Bänder oder Ultraschallgeräte zeigen meist nur kurz Wirkung, weil sich Tauben an sie gewöhnen. Wer auf Dauer Ruhe will, kommt an einer baulichen Lösung selten vorbei.
Wenn schon ein Nest da ist
Sitzt eine Taube bereits auf Eiern oder füttert Junge, darf das Nest nicht einfach eingeschlossen werden; die Tiere würden verhungern, was tierschutzwidrig wäre und später zu einem Geruchsproblem wird. Ein Fachbetrieb plant die Abwehr so, dass nach dem Ausfliegen verschlossen wird, oder schafft einen Ausgang, bevor die Fläche gesichert wird.
Quelle: gesetze-im-internet.de
Taubenkot sicher entfernen
Größere Mengen Taubenkot sollten Fachleute mit Schutzausrüstung entfernen, weil beim Aufwirbeln Staub entsteht. Kleine Verschmutzungen lassen sich feucht beseitigen. Nach der Reinigung sollte die Abwehr stehen, sonst kommen die Tiere zurück. Eine gesundheitliche Bewertung geben wir nicht; bei Unsicherheit ist das Gesundheitsamt die richtige Stelle.
Mietwohnung, Eigentümergemeinschaft, Denkmalschutz
Netze und Spikes verändern das Erscheinungsbild der Fassade. In Mietwohnungen braucht es die Zustimmung des Vermieters, in Eigentümergemeinschaften einen Beschluss, wenn Gemeinschaftseigentum betroffen ist. An denkmalgeschützten Gebäuden kann die Denkmalbehörde mitreden. Klären Sie das vor dem Auftrag.
Arbeiten in der Höhe
Taubenabwehr an Dachrinnen, Giebeln und Simsen bedeutet Arbeit in der Höhe, oft mit Hubarbeitsbühne oder Gerüst. Das gehört in die Hände eines Betriebs mit passender Ausrüstung. Wir geben dazu bewusst keine Anleitung. Steht die Bühne auf öffentlichem Grund, braucht es meist eine Erlaubnis der Gemeinde.
Was im Angebot stehen sollte
- betroffene Stellen mit Maßen und Fotos
- gewählte Methode und Material, bei Netzen UV-Beständigkeit
- Reinigung und Desinfektion der Flächen, falls nötig
- Zugang: Leiter, Bühne, Gerüst und wer Genehmigungen beantragt
- Kontrolle oder Wartung nach der Montage
Vorbeugen am Neubau oder bei der Sanierung
Wer ohnehin Fassade oder Dach saniert, kann Nischen und Vorsprünge so gestalten, dass sie Tauben wenig Halt bieten, und gleichzeitig Nistmöglichkeiten für geschützte Gebäudebrüter vorsehen, wo das gewünscht oder gefordert ist. Sprechen Sie das bei der Planung mit Architekt und Handwerkern an.
Stadttauben als Stadtthema
Viele Städte haben eigene Konzepte zum Umgang mit Stadttauben, etwa betreute Taubenschläge, in denen Eier gegen Attrappen getauscht werden, um die Zahl der Tiere tierschutzgerecht zu verringern. Solche Konzepte ersetzen nicht die Abwehr an Ihrem Balkon, verringern aber auf Dauer den Druck. Fragen Sie bei Ihrer Stadt, ob es ein solches Projekt gibt und ob es Hinweise für Eigentümer gibt.
Füttern verstärkt das Problem
Wo Tauben regelmäßig Futter finden, bleiben sie. Manche Städte haben ein Fütterungsverbot erlassen; auch ohne Verbot ist das Füttern auf Balkonen und in Innenhöfen die häufigste Ursache dafür, dass Abwehrmaßnahmen nicht wirken. Sprechen Sie in Mehrfamilienhäusern die Nachbarn an, wenn jemand füttert, oder bitten Sie die Verwaltung um einen Hinweis an alle Parteien.
Ein Beispiel vom Dachüberstand
Unter dem Dachüberstand eines Mehrfamilienhauses nisten Tauben, der Kot verschmutzt Balkone und Fenster. Der Fachbetrieb prüft zuerst, ob in den Öffnungen auch Mauersegler brüten, was sie in diesem Fall tun. Die Lösung: Die Taubenplätze auf den Vorsprüngen werden mit Spanndrähten gesichert, die Einfluglöcher der Mauersegler bleiben offen und werden sogar mit Nistkästen ergänzt. Nach der Brutzeit werden die verlassenen Taubennester entfernt und die Flächen gereinigt.
Quelle: gesetze-im-internet.de
Kosten und Dauerhaftigkeit abwägen
Günstige Einzelmaßnahmen helfen oft nur, bis die Tiere auf den nächsten Vorsprung ausweichen. Eine dauerhafte Lösung betrachtet die ganze Fassadenseite oder den ganzen Balkon und kombiniert Netze, Spikes und Drähte dort, wo sie jeweils passen. Fragen Sie den Betrieb, wie lange das Material hält und ob er nach einigen Monaten kontrolliert, ob die Abwehr wirkt.
Anfrage über Offrano
Über Offrano geht Ihre Anfrage an genau einen Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung oder Taubenabwehr aus Ihrer Region. Beschreiben Sie die Stellen, die Höhe und den Grad der Verschmutzung.