Ratgeber Energie und Förderung in Österreich
Wallbox in Niederösterreich: Meldepflicht, Garage und Netzanschluss
Von der Offrano-Redaktion · · 4 Min. Lesezeit
Eine Wallbox in der eigenen Garage ist in Niederösterreich meist schnell geplant. Die NÖ Bauordnung kennt aber Fälle, in denen Ladepunkte der Baubehörde zu melden sind, vor allem in größeren Garagen und dort, wo Ladepunkte verpflichtend herzustellen sind. Dieser Artikel erklärt, wann das der Fall ist, was beim Netzanschluss dazukommt und wie Sie eine Wallbox im Mehrparteienhaus angehen.
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Wann Ladepunkte meldepflichtig sind
Nach der NÖ Bauordnung sind Ladepunkte für Elektrofahrzeuge meldepflichtig, wenn sie nach den Vorschriften über verpflichtend herzustellende Ladepunkte errichtet werden, sowie Ladepunkte mit mehr als 22 kW Ladeleistung in Garagen und Parkdecks. Ausgenommen sind ebenerdige eingeschoßige Garagen bis zu einer bestimmten Größe.
Für die typische Wallbox mit üblicher Ladeleistung in der Garage eines Einfamilienhauses bedeutet das in der Regel keine Meldepflicht bei der Baubehörde. Anders ist es bei größeren Garagenanlagen von Wohnhausanlagen oder Betrieben.
Quelle: ogd.ris.bka.gv.at
Netzbetreiber und Hausanschluss
Unabhängig von der Bauordnung stimmt der Elektrotechniker den Anschluss einer Wallbox mit dem Netzbetreiber ab, wenn die Anschlussleistung betroffen ist. Eine Wallbox mit hoher Ladeleistung kann den Hausanschluss stark belasten, besonders wenn gleichzeitig eine Wärmepumpe läuft. Ein Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung und vermeidet teure Anschlusserweiterungen.
Wer die Wallbox installieren darf
Die Installation gehört in die Hände eines Betriebs mit Gewerbeberechtigung für Elektrotechnik; Sie finden die Berechtigung im Gewerbeinformationssystem GISA. Nach der Installation sollte der Betrieb die Anlage prüfen und einen Prüfbefund übergeben. Eine Anleitung zur Eigenmontage geben wir bewusst nicht.
Quelle: gisa.gv.at
Wallbox im Mehrparteienhaus
In Wohnhausanlagen betrifft eine Wallbox meist allgemeine Teile: Garage, Leitungswege, Hauptverteiler. Im Wohnungseigentum braucht es die Zustimmung der anderen Eigentümer; das Wohnungseigentumsgesetz erleichtert solche Maßnahmen, indem eine Zustimmung unter bestimmten Voraussetzungen als erteilt gilt, wenn nicht widersprochen wird. Als Mieter brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters. Sprechen Sie früh mit der Hausverwaltung, ob eine gemeinsame Lösung für mehrere Stellplätze geplant ist.
Photovoltaik und Wallbox
Wer eine Photovoltaikanlage hat oder plant, kann die Wallbox so steuern, dass sie bevorzugt mit Sonnenstrom lädt. Das setzt passende Geräte und ein Energiemanagement voraus. Neue Stromerzeugungsanlagen ab einer bestimmten Leistung müssen außerdem steuerbar sein; das sollte beim Gesamtkonzept mitgeplant werden.
Quelle: ogd.ris.bka.gv.at
Was der Elektrotechniker für das Angebot braucht
- Standort der Wallbox und Entfernung zum Zählerkasten
- Anschlussleistung des Hauses und vorhandene große Verbraucher
- gewünschte Ladeleistung und Fahrzeug
- ob eine PV-Anlage vorhanden oder geplant ist
- Einfamilienhaus, Reihenhaus oder Wohnhausanlage
Typische Fehler
- Ladeleistung größer gewählt als Fahrzeug und Hausanschluss sinnvoll nutzen.
- Kein Lastmanagement, obwohl eine Wärmepumpe läuft.
- In der Wohnhausanlage ohne Zustimmung installiert.
- Meldepflicht in größeren Garagen übersehen.
- Keinen Prüfbefund verlangt.
Ein Beispiel aus einer Wohnhausanlage
In einer Wohnhausanlage in Niederösterreich wollen mehrere Eigentümer Ladepunkte in der Tiefgarage. Die Hausverwaltung lässt ein Gesamtkonzept mit Lastmanagement planen, statt einzelne Wallboxen nachzurüsten. Weil die Garage größer ist und Ladepunkte mit höherer Leistung vorgesehen sind, klärt der Planer die Meldepflicht mit der Baubehörde. Jeder Eigentümer kann später seine Wallbox an die vorbereitete Infrastruktur anschließen.
Quelle: ogd.ris.bka.gv.at
Ladeleistung richtig wählen
Viele Elektroautos laden zu Hause mit einer Leistung, die eine übliche Wallbox abdeckt. Eine höhere Ladeleistung verkürzt die Ladezeit nur, wenn das Fahrzeug sie auch nutzen kann, und belastet den Hausanschluss stärker. Für das Laden über Nacht genügt oft eine moderate Leistung. Lassen Sie sich vom Elektrotechniker zeigen, welche Leistung für Ihr Fahrzeug und Ihren Anschluss sinnvoll ist.
Förderung und Zeitpunkt
Bundesförderungen für private Ladestationen gab es in den vergangenen Jahren über Aktionen der Förderstellen; ob aktuell ein Programm offen ist, erfahren Sie bei der Förderstelle des Bundes oder Ihres Landes. Stellen Sie einen Antrag, bevor Sie die Wallbox bestellen, wenn das Programm es verlangt. Wir nennen keine Beträge, solange kein laufendes Programm belegt ist.
Prüfung und Dokumentation
Nach der Installation prüft der Elektrotechniker die Anlage und übergibt einen Prüfbefund. Bewahren Sie ihn auf; Versicherungen und Förderstellen fragen danach, und bei einem späteren Hausverkauf gehört er zu den Unterlagen. In Wohnhausanlagen sollte die Hausverwaltung eine Übersicht über alle Ladepunkte und deren Befunde führen.
Außenstellplatz und Carport
Steht das Auto im Freien oder unter einem Carport, braucht die Wallbox eine für den Außenbereich geeignete Ausführung und eine geschützte Leitungsführung. Ob der Carport selbst eine Bewilligung braucht, ist eine eigene Frage der Bauordnung. Klären Sie beides zusammen, wenn Carport und Wallbox gleichzeitig kommen.
Ein Beispiel aus dem Einfamilienhaus
Ein Paar im Bezirk Mödling lässt in der Garage des Einfamilienhauses eine Wallbox mit üblicher Ladeleistung montieren. Die Garage ist klein und ebenerdig, die Ladeleistung liegt unter der Schwelle der Bauordnung, eine Meldung an die Baubehörde ist daher nicht nötig. Der Elektrotechniker prüft den Hausanschluss, installiert ein einfaches Lastmanagement, weil eine Wärmepumpe läuft, und übergibt den Prüfbefund.
Quelle: ogd.ris.bka.gv.at
Anfrage über Offrano
Über Offrano geht Ihre Anfrage an genau einen Elektrotechnikbetrieb aus Ihrer Region. Beschreiben Sie Standort, Hausanschluss und ob es um eine Einzel- oder Gemeinschaftslösung geht; die Anfrage ist für Sie kostenlos.