Ratgeber Energie und Förderung in der Schweiz
GEAK und GEAK Plus: der Gebäudeenergieausweis als Grundlage für die Sanierung
Von der Offrano-Redaktion · · 4 Min. Lesezeit
Bevor Sie Fenster ersetzen, das Dach dämmen oder die Heizung wechseln, lohnt ein Blick auf das ganze Gebäude. Der Gebäudeenergieausweis der Kantone, kurz GEAK, bewertet den heutigen Zustand, und der GEAK Plus zeigt zusätzlich Varianten für die Modernisierung. Dieser Artikel erklärt, was die Energieetikette aussagt, wie der Ablauf mit einer GEAK-Expertin aussieht, wie Sie Offerten vergleichen und warum der Zeitpunkt für Fördergesuche entscheidend ist.
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Was der GEAK ist
Der GEAK ist die offizielle Energieetikette der Kantone. Er zeigt die Qualität der Gebäudehülle, die Gesamtenergieeffizienz und die direkten CO2-Emissionen in sieben Klassen von A bis G. Getragen wird er von einem Verein, der ein schweizweit einheitliches System für den Gebäudeenergieausweis entwickelt und kontrolliert.
Quelle: geak.ch
Die drei Skalen
- Effizienz der Gebäudehülle: Wärmeschutz von Wand, Dach, Böden und Fenstern einschliesslich Wärmebrücken und Gebäudeform
- Gesamtenergieeffizienz: zusätzlich Heizung, Warmwasser, Strombedarf und eigene Stromproduktion, wobei erneuerbare Energien besser bewertet werden
- direkte CO2-Emissionen: was das Gebäude für Raumwärme und Warmwasser vor Ort ausstösst
Quelle: geak.ch
GEAK Plus: Varianten für die Sanierung
Mit dem GEAK Plus erhalten Sie zusätzlich zur Energieetikette mehrere auf Ihr Gebäude zugeschnittene Varianten zur energetischen Modernisierung. Das ist die eigentliche Planungsgrundlage: Er zeigt, in welcher Reihenfolge Massnahmen sinnvoll sind, etwa zuerst die Hülle und dann die Heizung, damit die neue Wärmepumpe nicht zu gross ausgelegt wird.
Quelle: geak.ch
Förderung: immer vor Baubeginn
Die meisten Kantone und einzelne Gemeinden unterstützen die Erstellung des GEAK und des GEAK Plus. Förderbeiträge müssen immer vor Baubeginn beantragt werden. Auskunft geben die GEAK-Expertin oder die Energiefachstelle des Kantons. Für die Massnahmen selbst gibt es das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen; auch dort gilt, dass Gesuche vor dem Start der Arbeiten eingereicht werden.
Quelle: geak.ch · dasgebaeudeprogramm.ch
Offerten vergleichen
Die Ausstellung des GEAK und GEAK Plus kostet je nach Gebäude, Region und Expertin unterschiedlich viel. Holen Sie mehrere Offerten mit einem genauen Leistungsbeschrieb ein: Ist eine Begehung enthalten, wie viele Varianten werden gerechnet, gibt es ein Beratungsgespräch zu den Ergebnissen? So lassen sich Angebote vergleichen.
Quelle: geak.ch
Der Ablauf
Zu einer sachgerechten Erstellung gehört die Begehung des Gebäudes. Die Expertin erfasst Bauteile, Heizung, Warmwasser und Verbrauch, erstellt das Dokument mit dem offiziellen Werkzeug und bespricht die Ergebnisse mit Ihnen. Der Ausweis wird in einer zentralen Datenbank erfasst, wo er während seiner Gültigkeitsdauer von bis zu zehn Jahren abrufbar ist.
Quelle: geak.ch
Unterlagen, die helfen
- Pläne des Gebäudes, soweit vorhanden
- Angaben zu früheren Sanierungen, etwa Fensterersatz oder Dachdämmung
- Heizungsart und Alter der Anlage
- Energieverbrauch der letzten Jahre aus Rechnungen
- Ihre Ziele: Komfort, Kosten, Unabhängigkeit von fossilen Energien
Nach dem GEAK Plus: planen und bewilligen
Auf Grundlage der Beratung entscheidet die Bauherrschaft sich für eine Variante. Danach gilt es, die Baubewilligungspflicht zu klären, Pläne zu erstellen, Fördergelder zu beantragen, die Finanzierung zu sichern und Unternehmen auszuwählen. Bei umfangreichen Sanierungen empfiehlt sich eine professionelle Bauleitung, und die Dokumentation der Ausführung ist wichtig, damit Fördergelder ausbezahlt werden können.
Quelle: geak.ch
GEAK beim Verkauf oder bei der Vermietung
Auch ohne Sanierungsabsicht kann ein GEAK sinnvoll sein, etwa beim Verkauf einer Liegenschaft, weil Käuferinnen und Käufer den energetischen Zustand besser einschätzen können. Ob ein Kanton den GEAK in bestimmten Fällen verlangt, regelt das kantonale Recht; die Energiefachstelle gibt Auskunft.
Typische Fehler
- Heizung ersetzt, bevor die Hülle beurteilt wurde.
- Förderbeitrag erst nach Baubeginn beantragt.
- Nur den GEAK erstellt, obwohl eine Sanierung geplant ist.
- Offerten ohne Leistungsbeschrieb verglichen.
- Ergebnisse nicht mit der Expertin besprochen.
Vom GEAK Plus zum Sanierungskonzept
Der GEAK Plus ist ein Planungsinstrument, aber noch kein Bauprojekt. Vor Baubeginn braucht es einen durchdachten Sanierungsplan mit Etappen, Budget und Zeitplan. Das Gebäudeprogramm empfiehlt, sich zuerst bei der kantonalen Energieberatungsstelle zu informieren, eine Energieberatung oder einen GEAK Plus einzuholen, mindestens zwei Konkurrenzofferten samt Referenzen zu verlangen und das Fördergesuch einzureichen, sobald ein detailliertes Konzept vorliegt, auf jeden Fall vor Baubeginn.
Quelle: dasgebaeudeprogramm.ch
Etappen richtig setzen
Viele Eigentümerinnen und Eigentümer sanieren in Etappen, weil Budget und Zeit begrenzt sind. Ein GEAK Plus hilft, die Reihenfolge so zu wählen, dass spätere Schritte nicht frühere entwerten. Ein Beispiel: Wer zuerst die Heizung ersetzt und erst Jahre später dämmt, betreibt eine zu grosse Anlage. Wer zuerst dämmt, kann die neue Heizung kleiner auslegen. Die Expertin zeigt, welche Schritte zusammengehören.
Unabhängigkeit der Expertin
Achten Sie darauf, ob die GEAK-Expertin auch Produkte verkauft oder Arbeiten ausführt. Das ist nicht verboten und kann praktisch sein, ein unabhängiger Blick ist bei der Wahl der Variante aber oft wertvoller. Fragen Sie offen nach, und lassen Sie sich die Annahmen der Varianten erklären, etwa zu Energiepreisen und Lebensdauer.
Anfrage über Offrano
Über Offrano geht Ihre Anfrage für eine Energieberatung oder einen GEAK an genau einen Betrieb aus Ihrer Region. Nennen Sie Gebäudeart, Baujahr und geplante Massnahmen; die Anfrage ist kostenlos.