Ratgeber Haus und Garten in der Schweiz
Bettwanzen in der Mietwohnung: vom Verdacht bis zur Bekämpfung
Von der Offrano-Redaktion · · 4 Min. Lesezeit
Bettwanzen sind in der Schweiz kein seltenes Problem mehr. Sie werden mit Gepäck, gebrauchten Möbeln oder Kleidern eingeschleppt und verbreiten sich schnell. In Mietwohnungen stellt sich zusätzlich die Frage, wer informiert werden muss und wer die Bekämpfung organisiert. Dieser Artikel erklärt, wie Sie einen Befall erkennen, warum Sie nicht selbst sprühen sollten, was das Mietrecht zur Meldung sagt und wie eine professionelle Bekämpfung abläuft.
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Woher Bettwanzen kommen
Die häufigste Art ist die Gemeine Bettwanze. Sie wird oft mit dem Gepäck aus den Ferien oder von Geschäftsreisen eingeschleppt, aber auch mit gebrauchten Möbeln, Büchern oder Kleidern. Bettwanzen vermehren sich schnell, sind lichtscheu, leben in Verstecken und saugen nachts Blut. Ein Befall hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun.
Quelle: bafu.admin.ch
Anzeichen eines Befalls
- juckende Stiche, oft in Reihen, an Stellen, die nachts unbedeckt sind
- kleine dunkle Kotpunkte an Bettlatten, Matratzennähten oder Ritzen
- Häutungsreste oder Eier in Verstecken nahe dem Bett
- in stärkeren Fällen lebende Tiere in Ritzen, hinter Bildern oder bei Steckdosen
Quelle: bafu.admin.ch
Warum Sprays nicht helfen
Die Bekämpfung kann in der Regel nicht ohne eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma durchgeführt werden. Insektizide aus dem Handel tilgen einen Befall nicht und können dazu führen, dass sich die Wanzen weiter ausbreiten, was die Bekämpfung erschwert. Verzichten Sie deshalb auf eigene Versuche mit Sprays.
Quelle: bafu.admin.ch
Dem Vermieter melden
Der Mieter muss Mängel, die er nicht selbst zu beseitigen hat, dem Vermieter melden. Unterlässt er die Meldung, haftet er für den Schaden, der dem Vermieter daraus entsteht. Ein Bettwanzenbefall kann sich auf Nachbarwohnungen ausbreiten; eine rasche Meldung liegt deshalb im Interesse aller. Melden Sie den Verdacht schriftlich und mit Fotos.
Quelle: fedlex.admin.ch
Wer die Bekämpfung organisiert
Entstehen an der Wohnung Mängel, die der Mieter weder zu verantworten noch selbst zu beseitigen hat, kann er verlangen, dass der Vermieter den Mangel beseitigt. Ob ein Bettwanzenbefall ein solcher Mangel ist und wer die Kosten trägt, hängt von den Umständen ab, etwa davon, wo der Befall begonnen hat. Das ist eine rechtliche Frage des Einzelfalls; entscheidend für den Erfolg ist, dass schnell gehandelt wird.
Quelle: fedlex.admin.ch
Wie eine professionelle Bekämpfung abläuft
Eine Schädlingsbekämpfungsfirma inspiziert zuerst die befallenen Räume und oft auch angrenzende Wohnungen. Danach wird ein Konzept festgelegt, das je nach Situation Hitze, Kälte, Insektizide oder eine Kombination nutzt. Meist sind mehrere Behandlungen im Abstand von einigen Wochen nötig, weil Eier die erste Behandlung überleben können. Zum Schluss wird kontrolliert, ob der Befall getilgt ist.
Ihre Mitwirkung
Die Firma gibt Ihnen Anweisungen zur Vorbereitung: Textilien heiss waschen oder in Säcken verschliessen, Räume zugänglich machen, Gegenstände nicht in andere Räume tragen. Halten Sie sich genau daran, denn falsche Vorbereitung ist ein häufiger Grund für Misserfolge. Befallene Möbel können in einer Sauna, in einem Wärmezelt oder in einem Kühlraum behandelt werden.
Quelle: bafu.admin.ch
Wer Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen darf
Die berufliche oder gewerbliche Verwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln im Auftrag Dritter braucht in der Schweiz eine Fachbewilligung. Fragen Sie die Firma nach der Bewilligung der Person, die die Behandlung durchführt. Mehr dazu in unserem Artikel zur Fachbewilligung.
Quelle: fedlex.admin.ch
Vorbeugen nach den Ferien
- Im Hotelzimmer das Bett auf Kotspuren prüfen und den Koffer erhöht und geschlossen aufbewahren.
- Gepäck nach der Rückkehr auf dem Balkon auspacken und ausschütteln.
- Kleider heiss waschen oder, wo nicht möglich, einige Tage tiefkühlen.
- Gebrauchte Möbel vor dem Hereintragen auf Kotspuren prüfen und reinigen.
Quelle: bafu.admin.ch
Nachbarwohnungen einbeziehen
Bettwanzen wandern durch Ritzen, Leitungsschächte und Steckdosen. In Mehrfamilienhäusern ist es deshalb sinnvoll, dass die Verwaltung angrenzende Wohnungen kontrollieren lässt. Eine Bekämpfung nur in einer Wohnung kann scheitern, wenn der Befall aus der Nachbarschaft zurückkommt.
Psychische Belastung ernst nehmen
Ein Befall kann bei manchen Menschen zu Angstzuständen, schweren psychischen Problemen und sozialem Rückzug führen. Sprechen Sie darüber, holen Sie sich Unterstützung und lassen Sie sich von der Fachfirma genau erklären, wie die Bekämpfung abläuft und wann mit einem Erfolg zu rechnen ist.
Quelle: bafu.admin.ch
Typische Fehler
- Selbst mit Sprays behandelt.
- Befall nicht oder zu spät gemeldet.
- Gegenstände vor der Behandlung in andere Räume getragen.
- Matratzen ohne Verpackung durchs Treppenhaus entsorgt.
- Nachkontrolle ausgelassen.
Verdacht bestätigen lassen
Nicht jeder Stich stammt von Bettwanzen. Mücken, Flöhe oder Hautreaktionen können ähnlich aussehen. Eine Fachfirma kann den Verdacht mit einer Inspektion oder mit Fallen bestätigen. Das ist wichtig, bevor aufwendige Massnahmen beginnen, und es hilft auch gegenüber der Verwaltung, wenn der Befall dokumentiert ist.
Duldungspflicht bei der Behandlung
Mieterinnen und Mieter müssen Arbeiten an der Wohnung dulden, wenn sie zur Beseitigung von Mängeln oder zur Vermeidung von Schäden notwendig sind, und dem Vermieter die nötigen Besichtigungen gestatten. Der Vermieter muss Arbeiten rechtzeitig anzeigen und auf die Interessen der Mieter Rücksicht nehmen. Für eine Bettwanzenbekämpfung heisst das: Termine gemeinsam planen und Zugang ermöglichen.
Quelle: fedlex.admin.ch
Anfrage über Offrano
Über Offrano geht Ihre Anfrage für eine Bettwanzenbekämpfung an genau einen Schädlingsbekämpfer aus Ihrer Region. Beschreiben Sie Räume, Anzeichen und ob Nachbarn betroffen sind; die Anfrage ist kostenlos.